Spieltheorie

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Die 7 Dimensionen des Spielens -
komprimiert zusammengefasst

Zur Verdeutlichung der Mehrdimensionalität des Spiels sei auf die Einleitung der sensitiven Spieltheorie (W. A. Siebel) gewiesen:

"Die 7 Dimensionen des Spielens

Es gibt sogen. Spielen aus dem Hinterhalt, als fromme Maske, als Fassade, als abwertenden Spott, als süffisanten Hinweis auf Überlegenheit, als Abkehr vom Außen und als Verweigerung von Klarheit. Solche Äußerungen sind keine Einladungen zur Kommunikation und keine Aktivierung von Animationen, sondern jeweils Anzeichen einer Retraktion.

Beim Spielen öffnen wir
den Geist und tragen die gewonnene Einsicht in das Interesse an uns und an anderen.
Dieses Spielen ist geeignet, der Suche nach dem Gutdastehen zu wehren. Es weckt die Fähigkeit, die Situation als Effekt zu sehen, an dem wir beteiligt sind. Damit wird auch unser Umgang mit uns selbst (auch körperlich) konkret. Spielen weist darauf hin, dass Änderungen möglich sind und dass es sich lohnt, auch an sich selbst zu arbeiten. Ich bin mir selbst gegeben.

Beim Spielen ergreifen wir
Mut als Quelle der Freiheit und nennen Zusammenhänge zwischen uns und unserem Tun als Ausdruck einer Selbstvorstellung, die uns nicht verurteilt, sondern animiert durch Jasagen zu unserer Menschlichkeit, die Frage zu stellen: Was ist es denn diesmal? Beim Spielen aus Fehlern lernen überhöht nicht und erniedrigt nicht: Ich bin mir selbst willkommen.

Beim Spielen antworten wir
freundlich auf Unvollkommenheiten, und wir sichten den Umgang damit, der Dünkel und Rechthaberei ebenso offenbart wie Katzbuckeln und furchtsame Verweigerung. Mit diesem Spielen fördern wir unsere Lernfähigkeit, weil dieser freundliche Umgang mit uns selbst uns entsorgt und unsere Existenz nicht ruiniert. Wir kümmern uns, aber klammern nicht und engen nicht ein. Ich bin mir selbst offenbar.

Beim Spielen unterscheiden wir
zwischen Last und Lust, und wir fügen gerne die Früchte unseres geistigen Vermögens in die Gemeinschaft ein. Im Spielen widerstehen wir den Vergiftungsversuchen unseres Denkens und Fühlens, widerstehen wir den Verstörungsversuchen unserer Handlungsfähigkeit, widerstehen wir den Verleitungsversuchen, vom Sinn abzuweichen. Denn das Spielen wehrt den vegetativ möglichen Verkrampfungen und fördert die Kommunikation mit uns selbst. Ich bin mir selbst gegenüber aufmerksam.

Spielend achten wir
auf die eigenen Gedanken, und wir wissen, dass etliche über Worte und Handlungen leicht zu aversiven Gewohnheiten werden können und dadurch unseren Alltag zu einem Raum für Verwerfungen von Inhalten werden lassen. Mit unserem Spielen anerkennen wir Herausforderungen als Erscheinung auch unserer eigenen Wirksamkeit. Ich bin mir selbst gegenüber mündig.

Spielend erhalten wir
den Augenblick sozusagen als „7. Himmel“, und wir nehmen die Gelegenheit wahr, Ursachen und ihre logischen Folgen von falschen Erklärungen zu lösen. Wir sind dann „reif für die Insel“, um aus einer anderen Perspektive unseren Alltag zu erkennen und neu zu fragen, wohin wir wollen, um logische Folgen nicht als Zwang zu betrachten, sondern zu erkennen als „der Weisheit letzter Schluss“. Was ist wirklich wichtig? Ich bin mir selbst gegenüber integer.

Spielen widerfährt
unseren düsteren Stimmungen wie eine Revolution, und wir fassen die Wirkungen als Erfahrung des „dennoch“. Mit Spielen trauen wir der Gewissheit (von Seindürfen) und regenerieren zusehends: es wird uns angesehen.
Ich bin mir selbst gegenüber ich selbst.

“Das Spiel ist der Königsweg , um Kinder und Jugendliche in ihrem Selbstwertgefühl zu stärken. Das sagt Ihnen jeder Pädagoge.” (Bernhard Bueb “Kinder müssen Gemeinschaft erleben”, in: Universitas, Februar 2010, S.176-177).

Das gilt natürlich auch für Erwachsene!"
aus: www.sensitive-spieltherapie.de